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Die Neun edlen Tugenden der Nordmänner


Ehre - Treue - Mut - Wahrheit - Gastfreundschaft - Selbständigkeit - Disziplin - Fleiß – Ausdauer


Die neun Tugenden bilden einen Katalog von Werten, Eigenschaften und Verhaltensformen von unterschiedlicher Bedeutung, in dem rein praktische Dinge wie Fleiß und Ausdauer unterschiedslos neben hohen Werten wie Gastfreundschaft, ja sogar Ehre und Treue stehen. Das rührt daher, daß die Tugenden kein moralisches Lehrgebäude sind, sondern ähnlich dem Hávamál der Edda eine Sammlung von Prinzipien, die helfen sollen, dass das tagtägliche Leben nicht nur ethisch, sondern insgesamt gelingt. Im folgenden werden die edlen Tugenden nach ihrer traditionellen Wichtigkeit geordnet dargestellt.


Ehre

ist die Grundlage des nordischen Lebens. In ihrem Kern ist sie, was wir mit einem modernen Rechtsbegriff Menschenwürde nennen, und daher der Mittelpunkt unseres Menschenbildes und unserer Ethik. Auch Artikel 1 des Grundgesetzes beginnt mit dem Satz: "Die Würde des Menschen ist unantastbar." Nach nordischer Tradition ist die Ehre das höchste Gut sowohl des einzelnen wie auch seiner Sippe. Jeder muss die Ehre der anderen achten und die eigene mit allen Kräften bewahren und nach Möglichkeit mehren. Ein ehrenhaftes Leben ist das oberste Ziel, denn in der Ehre liegt auch das Heil nach einem erfüllten Leben in Walhalla einziehen und an Odin's Seite zu feiern zu dürfen.


Treue

ist daher der Ehre untergeordnet. Jede Treuepflicht endet, wenn ihre Erfüllung etwas Unehrenhaftes verlangen würde oder einer der Partner seine Ehre verliert oder die des anderen verletzt. So ist Treue immer eine Pflicht auf Gegenseitigkeit. Sie wird zwischen freien Menschen durch Vertrag oder Eid begründet, er legt allen die gleichen Pflichten auf und er fordert, dass alle sie zu gleichen Teilen erfüllen. Unbedingt ist nur die Sippentreue.


Mut

ist eine notwendige Tugend, wenn man die Forderungen der Ehre und Treue auch in schwierigen Situationen erfüllen will. Es geht dabei nicht um Wagemut oder Tollkühnheit, sondern um die Bereitschaft, das zu tun, was getan werden muss. Diese Art Mut ist es, von der Heldenlieder und Sagas erzählen. Eng miteinander verwoben, bilden Ehre, Treue und Mut die Dreiheit der "klassischen" nordischen Tugenden aus alter Zeit.

Wahrheit

wird in den alten Quellen eher nur dann als Tugend geschildert, wenn sie Mut erfordert und Ehre bringt, etwa wenn sich jemand offen gegen einen Mächtigeren stellt. Es geht dabei nicht um Ehrlichkeit um jeden Preis, sondern darum, dass man zu dem steht, was man ist, tut und denkt - dann, wenn die Wahrheit Ehrensache ist. Auf jeden Fall ist sie das vor Gericht, im Wissen und Forschen und im Glauben. Heidentum heißt nicht blind zu glauben, sondern frei die Wahrheit suchen.


Gastfreundschaft

ist eine viel gelobte nordische Tradition. Gäste reich zu bewirten war Pflicht und Ehre eines jeden, an dessen Tür sie klopften. Der Gast ist heilig im Sinn von unantastbar. Er hat nicht nur Anspruch auf Unterkunft und Versorgung, sondern auch auf Schutz durch den Gastgeber. Mit anderen zu teilen, Fremde gastfreundlich aufzunehmen und Verfolgten Schutz zu bieten, ist alte Sitte und Teil der nordischen Ethik. Das bedeutet aber auch das ein Gast nur eine bestimmte, vorher abgesprochene, Zeit als Gast gesehen wird.


Selbstständigkeit

bedeutet, nicht von fremder Hilfe abhängig zu sein. Wir streben danach, unsere Ziele aus eigener Kraft zu erreichen, und verlangen von der Gesellschaft nur, allen die gleichen Chancen zu geben. Das bedeutet aber nicht, dass der einzelne auf sich allein gestellt ist. Die Solidarität in der Sippe, die ja keine fremde Hilfe ist, gehört mit zum nordischen Konzept der Selbstständigkeit.


Disziplin, Fleiß und Ausdauer

sind praktische Tugenden. Sie sind kein Selbstzweck, aber sie nützen uns, um unsere Ziele zu erreichen, und wir schätzen sie an anderen, wenn wir mit ihnen zusammen arbeiten oder sie bei anderen bemerken.

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